Programm "festival sursee 2018"

Samstag 27.10.2018 20.00 h Double Journey Mariann Lewinsky, Antonio Bigini Schweiz
Mittwoch 31.10.2018 20.30 h Eldorado Markus Imhoof Schweiz 
Donnerstag 01.11.2018 10.30 h Styx Wolfgang Fischer Marokko
    14.00 h Ága Milko Lazarov Bulgarien
    16.00 h Wajib Annemarie Jacir Palästina
    20.30 h Das Kongo Tribunal Milo Rau Deutschland
Freitag 02.11.2018 10.30 h Noces Stephan Streker Belgien
    14.00 h Machines Rahul Jain Indien/DE/FI
    16.00 h Human Flow Ai Weiwei Deutschland
    20.30 h White sun Deepak Rauniyar Nepal
Samstag 03.11.2018 10.30 h Mali Blues Lutz Gregor Deutschland
    14.00 h Foxtrot Samuel Maoz Israel
    16.00 h Sami - A tale from the North Amanda Kernell Schweden
    20.30 h Bis ans Ende der Träume Wilfried Meichtry Schweiz
Sonntag 04.11.2018 10.30 h Weit - ein Weg um die Welt Gwendolin Weisser, Patrick Allgaier Deutschland
    14.00 h Taste of cement Ziad Kalthoum Libanon/DE/Syrien/Qatar
    16.00 h Non ho l'età Olmo Cerri Schweiz

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Das Lied der Reise
Das Lied der Reise Eröffnung der Ausstellung zu Ella Maillart
Samstag, 27.10.18, 17.00 Uhr, Stadttheater Sursee

Als besonderen Leckerbissen offeriert das Festival die szenisch-musikalische Lesung ‹Das Lied der Reise› mit der Schauspielerin Vreni Achermann und dem Musiker Mahmoud Turkmani. Danach servieren wir einen ‹orientalischen Apéro› und hoffen, dass viele Gäste zum Abschluss den wunderbar restaurierten Film ‹Ella Maillart – Double Journey› geniessen mögen. Der aussergewöhnlichen Frau und ihrer Reise nach Afghanistan ist auch die Fotoausstellung im Atrium des Stadthofes gewidmet (20. Oktober bis 4. November).

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Eldorado

von Markus Imhoof, Dokumentarfilm, Schweiz, 2018, 100 Min. deutsch

Mittwoch, 31. Oktober 2018, 20.30 Uhr

In Anwesenheit des Regisseurs Markus Imhoof

https://sites.google.com/site/festivalsursee/home/eldorado/Eldorado%20-%20Szenen%20-%2002%20Scene%20Web.jpg

Der Schweizer Regisseur Markus Imhoof erzählt nach ‹Das Boot ist voll› und ‹More than Honey› erneut eine sehr persönliche Geschichte, macht ein globales Phänomen erfahrbar – das Schicksal unzähliger Menschen auf ihrer Flucht. Fragen nach Verantwortung und Menschlichkeit heute führen zurück in seine Kindheit, die tiefe Verbundenheit mit dem italienischen Flüchtlingskind Giovanna. Er hat sie nie vergessen, verfolgte ihre Spuren, hat in ihrem Land gelebt. 70 Jahre später kommen wieder fremde Menschen zu uns. An Bord eines Schiffes der italienischen Küstenwache erlebt er die ‹Mare Nostrum›: Diese Operation rettet über 10 000 Menschen aus dem Mittelmeer. Nicht nur mit den Augen des Kindes von damals spürt er den Fragen nach, die ihn seit jeher umtreiben.

 

Styx

von Wolfgang Fischer, Deutschland/Marokko, 2018, 94’, Englisch, d/f
Mit Susanne Wolff, A. Beyer,G. O. Wekesa, I. Birkenfeld

Donnerstag, 1. November 2018, 10.30 Uhr


Rike, die erfolgreiche Notärztin, benötigt dringend einen Urlaub, Abstand von der Hektik des Alltags. Sie will allein auf einer Segelyacht von Gibraltar nach Ascension, der Insel im Atlantik, reisen. Ihr Wunsch nach Ruhe und unbeschwerten Ferien scheint sich zu erfüllen. Aber nach einem Sturm wird das Abenteuer unerwartet zu einer Herausforderung: In unmittelbarer Nähe entdeckt sie das beschädigte, hoffnungslos überladene Flüchtlingsboot. In ihre europäische Wohlstandsumgebung bricht schlagartig eine völlig andere Realität ein. Die seglerische Idylle ist gestört. Wir erleben die innere Zerrissenheit einer Frau. Sie will helfen, kann nichts tun und erfährt die Distanzierung der professionellen Helfer, die auf ihre Notrufe abweisend reagieren und das Schiff im Stich lassen.

Aga

von Milko Lazarov, Bulgarien, 2018, 96´, Jakutisch, d
Mit M. Aprosimov, G. Tikhonove, F. Ivanova, S. Egorov

Donnerstag, 1. November 2018, 14.00 Uhr


Nanook und Sedna – das letzte Paar ihres Volkes – leben in einer Jurte auf den schneebedeckten Feldern Sibiriens. Mensch wie Tier sind verschwindend klein in den unglaublichen Weiten der weissen Landschaft. Früher als gewohnt, zieht der Frühling ein. Das Eisangeln ist weniger ergiebig als üblich. Sedna bemerkt, dass Nanook beginnt, Dinge zu vergessen. In eindrücklichen Bildern und Texten erzählt der Bulgare Milko Lazarov seine Geschichte in Anlehnung an den Pionier des Dokumentarfilms Robert J. Flaherty mit seinem 1922 erschaffenen Meisterwerk ‹Nanook of the North›. Der Film führt uns in kraftvoller, beschaulicher und ruhiger Stimmung an
den äussersten Punkt der bewohnbaren Welt und unseres Daseins.

 

Wajib

von Annemarie Jacir, Palästina, 2017, 96´, Arabisch, d
Mit M. Bakri, S. Bakri, M. Zreik

Donnerstag, 1. November 2018, 16.00 Uhr


Eine humorvoll ernsthafte Fahrt durch Nazareth. Der in Rom lebende Architekt Shadi, zu Besuch in seiner Heimat, soll seinem Vater helfen, die Einladungen zur Hochzeit seiner Schwester persönlich zu überbringen – eine Tradition in Palästina. Während der jahrelangen Abwesenheit von Shadi haben sich die beiden entfremdet, ihre Beziehung wird während der gemeinsamen Reise auf die Probe gestellt. Wir erleben die Tücken einer Vater-Sohn-Beziehung und tauchen ein in die Gegenwart Nazareths. Die Tatsache, dass das Darstellerpaar Mohammad und Saleh Bakri, zwei der bekanntesten Schauspieler im arabischen Raum, im wirklichen Leben Vater und Sohn sind, gehört zu den reizvollen Elementen von Jacirs Film.

 

Das Kongo Tribunal

von Milo Rau, Deutschland, 2017, 100´, Französisch/d, Dokumentarfilm

Donnerstag, 1. November 2018, 20.30 Uhr
Filmgespräch mit dem Afrikakenner Ruedi Küng


In mehr als 20 Jahren forderte der Kongokrieg über sechs Millionen Tote. Die Verbrechen des Krieges wurden nie juristisch verfolgt. Es herrscht Straflosigkeit, die Menschen leiden weiter. Für viele ist der Konflikt im Zeitalter der Globalisierung eine der entscheidenden wirtschaftlichen Verteilungsschlachten. Hier liegen die wichtigsten Vorkommen vieler High-Tech-Rohstoffe. Für ‹Das Kongo Tribunal› gelingt es dem preisgekrönten Schweizer Theatermann Milo Rau Opfer, Täter, Zeugen und Analytiker des Kongokriegs im Ostkongo zu versammeln. Wahrlich, ein einzigartiges ziviles Volks tribunal tagt, verhandelt drei Fälle und enthüllt damit ein unverschleiertes Porträt des grössten und blutigsten Wirtschaftskriegs der Menschheit.


Noces

von Stephan Streker, Belgie, 2016, 98´, Französisch/d
mit L. El Arabi, S. Houbani, B. Karimi, A. de Lencquesaing, O. Gouzrmet, N. Kulkarni

Freitag, 2. November 2018, 10.30 Uhr


Zahira, ein 18-jähriges Mädchen, lebt mit seiner pakistanischen Familie in Belgien. Ihre Eltern, mit denen sie sich eigentlich gut versteht, drängen zu einer traditionellen Hochzeit. Unter drei Anwärtern darf sie sich via Skype für einen Mann entscheiden, ihr zukünftiges Leben in Pakistan vorbereiten. Aber Zahira ist verliebt und möchte ihren Freund heiraten. Sie bekommt die Unterstützung eines Familienfreundes – dem Vater ihrer Freundin – und scheint auch auf ihren Bruder zählen zu können. Sensibel, ohne zu urteilen, respektiert der Film die Gefühle aller Beteiligten, und zeigt die Realität, einer zwischen der Kultur der Eltern und dem westlichen Leben hin- und hergerissenen Gemeinschaft.


Machines

von Rahul Jain, Indien/Deutschland, 2016, 71´, Original/d
Dokumentarfilm

Freitag, 2. November 2018, 14.00 Uhr


Es brodelt, zischt und rattert. Berge von Stoff, riesige Maschinen, Hallen voller Dunstwolken – eine Textilfabrik im indischen Gujarat. Tageslicht fällt kaum in die Räume. Die Schichten dauern lange, gearbeitet wird rund um die Uhr. Regisseur Rahul Jain entführt mit ‹Machines› an einen Ort, der den Blicken normalerweise entzogen bleibt – Arbeitskosmos und Arbeitsrhythmus bestimmen das Leben der Ange stell ten. Der Film zeigt die tägliche Ausbeutung durch die Massenproduktion der globalisierten Welt. Starke Bildsprache und sorgfältig ausgewählte Interviews mit Arbeitern zeigen eindrücklich die Ungleichheit von Mensch und Maschine, machen deutlich, welch hohen Preis die indischen Arbeiterinnen und Arbeiter zahlen für die Vielzahl der Kleider, die in unseren Schränken hängen.


Human flow

von Ai Weiwei, Deutschland, 2017, 140´, Englisch/d
Dokumentarfilm

Freitag, 2. November 2018, 16.00 Uhr


Rund um die Welt sind derzeit mehr als 65 Millionen Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, Hunger, Klimawandel und Krieg zu entfliehen. ‹Human Flow›, eine epische Filmreise des international renommierten Künstlers Ai Weiwei – ein bildgewaltiges, eindrucksvolles Gesicht der Völkerwanderung. Die Kamera begleitet die Menschen auf ihrer verzweifelten Suche nach Sicherheit und Gerechtigkeit: Stacheldrahtbewehrte Grenzen, überfüllte Camps, gefährliche Meeresquerungen. Desillusionierung, quälende Erinnerungen, unsichere Zukunft – aber auch Ausdauer, Anpassung und Mut – werfen eine der Jahrhundertfragen auf: Wird die Gesellschaft
es schaffen, sich von Furcht, Isolation und Eigennutz zu lösen und einen Weg der Offenheit und Menschlichkeit einzuschlagen?


White Sun

von Deepak Rauniyar, Nepal, 2016, 89´, Nepali/d
Mit A. Pariyar, D. Rai, A. Magrati, S. Malla

Freitag, 2. November 2018, 20.30 Uhr
Filmgespräch mit dem Regisseur Deepak Rauniyar


Im Nepal von heute kehrt ein Mann in sein Heimatdorf zurück, dem er in den Jahren des Bürgerkriegs fern geblieben war. Er, der sich den maoistischen Rebellen angeschlossen hatte, taucht jetzt auf. Sein Vater, ein Royalist, ist gestorben. Mit Feingefühl erzählt der junge nepalesische Filmemacher Deepak Rauniyar vom Leben nach dem Bürgerkrieg und von den teils gar amüsanten Momenten um den Versuch, einen Leichnam an sein Ziel zu bringen. Ausgezeichnet in Venedig und am Singapur Filmfestival als bester asiatischer Film, bietet uns ‹White Sun› einen ebenso berührenden wie unterhaltsamen Einblick ins Leben am Fuss des Himalaya.

Mali Blues

von Lutz Gregor, Deutschland, 2016, 93´, Original/d
Mit Fatoumata Diawara, Bassekou Kouyaté, Master Sourny, Ahmed Ag Kaedi

Samstag, 3. November 2018, 10.30 Uhr


Jazz und Blues haben ihren Ursprung in Mali, heisst es, und seien von den Sklaven auf die Baumwollplantagen Amerikas gebracht worden. Seit Jahrhunderten wird die Gesellschaft Malis von traditioneller Musik zusammengehalten, doch seit Islamisten den Norden des westafrikanischen Landes in ihre Gewalt gebracht haben, werden Musiker bedroht, gefoltert, müssen gar um ihr Leben fürchten. Viele von ihnen flohen vor dem Terror. Im Dokumentarfilm ‹Mali Blues› kommen vier betroffene Musiker zu Wort, die eine radikale Auslegung des Islams so nicht akzeptieren wollen – weder in ihrer Heimat, noch sonstwo auf der Welt. Sie pflegen verschiedene Stilrichtungen, aber die Kraft der und die Leidenschaft für die Musik vereint sie, schenkt Zuversicht und Hoffnung.

 

Foxtrot

von Samuel Maoz, Israel, 2017, 113´, Hebräisch/d
Mit L. Ashkenazi, S. Adler, Y. Shiray, S. Haas

Samstag, 3. November 2018, 14.00 Uhr

Die erschütternde Nachricht an ein Ehepaar in Tel Aviv: Ihr Sohn ist ‹als Soldat im Dienst des Landes gefallen›. Die Mutter bricht zusammen, ein Militärsanitäter verabreicht ihr ungefragt eine Beruhigungsspritze. Verwandte und Armeeangehörige überfordern den Vater mit gut gemeinten Ratschlägen. Da tritt eine dieser unergründlichen Wendungen ein, die das Leben oft bereithält... Der Regisseur, einst selbst Soldat der israelischen Armee, blickt auch in seinem zweiten Spielfilm auf eigene militärische Erfahrungen zu rück. ‹Foxtrot›, ein philosophisches Puzzle in drei Teilen – aufrüttelnd, einnehmend, bewegend – mehrfach ausgezeichnet, oscarnominiert,
aber von Regierungskreisen boykottiert und heftig kritisiert.

Sami - A Tale from the North

von Amanda Kernell, Schweden, 2017, 113´, Schwedisch/d
mit H. Alström, A. Berg, K. Blind

Samstag, 3. November 2018, 16.00 Uhr



Die angehende Rentierhalterin Elle Marja gehört dem indigenen Volk der Samen an. Zusammen mit ihrer Schwester besucht sie eine schwedische Internatsschule und ist dort – wie in den Dreissigerjahren üblich – rassistischen Misshandlungen ausgesetzt. Sie bemüht sich um die Anerkennung ihrer Lehrerin, hofft so ihrem Traum von einem schwedischen Leben näher zu kommen. An der Schule werden erniedrigende, rassenbiologische Untersuchungen durchgeführt. Elle Marja entscheidet sich für einen radikalen Schritt: Willensstark und rebellisch bricht sie mit ihrer Familie, macht sich auf den Weg nach Uppsala. Doch der Wechsel der Identität erweist sich als viel schwieriger, als sich Elle Marja das vorgestellt hat.


Bis ans Ende der Träume

von Wilfried Meichtry, Schweiz, 2017, 91´, Deutsch/f
Dokumentarfilm

Samstag, 3. November 2018, 20.30 Uhr
Besuch des Regisseurs Wilfried Meichtry - Filmgespräch


Beide wollen sie radikal sich selber sein und ihr Leben frei gestalten. Diese in den 1950er Jahren kühne Vision haben Katharina von Arx und Freddy Drilhon, als sie sich auf abenteuerlichen Reisen in der Südsee kennenlernen. Eine leidenschaftliche Liebe fügt die Reisejournalistin und Zeichnerin mit dem bekannten Fotografen zusammen. Die beiden lassen sich mit ihrer Tochter im waadtländischen Romainmôtier nieder, machen ein mittelalterliches Priorhaus zu ihrem Lebensmittelpunkt. Katharina steckt ihre ganze Leidenschaft in die Restauration des eindrücklichen Hauses, Freddy hält es im abgelegenen Romainmôtier bald nicht mehr aus. Nach einem Konflikt kommt es zum Bruch. Freddy verlässt Katharina und will an der Südküste Englands ein neues Leben beginnen – doch dann flammt die Liebe der beiden von neuem auf.


Weit - ein Weg um die Welt

von Gwendolin Weisser und Patrick Allgaier, Deutschland, 2017, 127´, Deutsch
Dokumentarfilm

Sonntag, 4. November 2018, 10.30 Uhr


Zu zweit zogen Patrick und Gwen im Frühling 2013 los gen Osten. Dreieinhalb Jahre und 97 000 Kilometer später kehrten sie zu dritt aus dem Westen wieder zurück. Ohne zu fliegen, mit kleinstem Budget, erkundeten sie die Welt. Neugierig und spontan, immer die unmittelbare Nähe zu Mensch und Natur im Fokus. Per Autostopp bereisten sie Tadschikistan, Georgien, Iran,Pakistan, China, die Mongolei – von Japan mit einem Frachtschiff nach Mexiko. Nach der Geburt von Sohn Bruno fuhren sie mit einem alten VW-Bus durch Mittelamerika. Im Frühjahr 2016, eine Schiffüberfahrt von Costa Rica nach Spanien, sie spürten wieder europäischen Boden unter den
Füssen. Die Weltumrundung wurde mit einem 1200-Kilometer-Fussmarsch bis vor die Haustüre in Freiburg im Breisgau vollendet.

 

Taste of Cement

von Ziad Kalthoum, Libanon/Deutschland/Syrien/Katar, 2017, 85´, Arabisch/d
Dokumentarfilm

Sonntag, 4. November 2018, 14.00 Uhr


Am Sandstrand von Beirut. Tagtäglich steigen syrische Bauarbeiter bei Sonnenaufgang aus dem Untergeschoss eines Hochhauses im Rohbau. Hier schlafen und essen sie. Sie steigen den Wolkenkratzer empor, treiben den Bau in die Höhe, schalen, betonieren, errichten Wände... In den Pausen schweifen die Blicke über die prächtige Silhouette der neu erbauten Stadt am Meer, eine Aussicht, die der Kranführer den ganzen Tag geniesst. Sie dürfen den Bau nicht verlassen und die Freizeit in der Stadt oder am Meer verbringen. Obwohl sie das Land (wieder)aufbauen, sind syrische Arbeiter in der libanesischen Gesellschaft nicht willkommen. Der faszinierende Film von Ziad Kalthoum besticht durch starke Bilder. Eine treffende Metapher für das Leben im Exil und ein grossartiges Sounddesign.


Non ho l'età

von Olmo Cerri, Schweiz, 2017, 94´, Italienisch/d
Dokumentarfilm

Sonntag, 4. November 2018, 16.00 Uhr


Mitte der Sechzigerjahre, die grosse Welle der italienischen Migration erreichte ihren Höhepunkt. Am grossen San-Remo-Festival eroberte die blutjunge Cantautorin Gigliola Cinquetti mit ‹Non ho l'étà›, dem populären Schlager, die ganze damalige Welt. Er drückte die Sehnsucht nach der fernen italienischen Heimat mit aller Inbrunst aus. Carmela, Don Gregorio, Gabriella und Lorella kannten sich nicht, erlebten aber die schwierige ‹Schwarzenbach-Zeit› in der Schweiz hautnah. Mindestens je einer von vielen tausend Fanbriefen an Gigliola Cinquetti stammt von ihnen. Olmo Cerri geht diesen nach – sie erzählen von Migration, Träumen und Solidarität, aber auch von Ausgrenzung, Fremdenhass, Schwarzarbeit und Ausbeutung.