Programm Frühjahr 2026

Wim Wenders hat mit einer Sorgfalt, Eigenwilligkeit und Bildaffinität Filme gedreht wie kaum ein zweiter. Wir ehren ihn anlässlich seines 80. Geburtstags mit einem Film-Wochenende im Mai gleich mit vier Perlen aus seinem Werk und als Einstieg mit einem Bio-Pic über ihn selbst. Zum Auftakt im Februar zeigen wir Lea Pools Hotel Silence, eine Schweizer Co-Produktion. Und wir werden Zeuge, wenn bei The Party im März die Fetzen fliegen. Aus dem produktiven Nachbarland Frankreich legen wir Ihnen dieses Frühjahr gleich drei wundervolle Filme ans Herz, die letztes Jahr Kino-Premiere feierten; dabei macht die herzerwärmende Familiengeschichte En fanfare den krönenden Abschluss im Juni.


Samstag, 02. Mai 2026, 15:30 Uhr

Paris, Texas


Film-Wochenende «Wim Wenders»

Von Wim Wenders
BRD/Frankreich, 1983/84, Deutsch, 146 Min.
Mit Harry Dean Stanton, Nastassja Kinski, Dean Stockwell, Aurore Clément, Hunter Carson, Bernhard Wicki

Wie aus dem Nichts taucht in der sengenden Wüstenhitze zwischen den USA und Mexiko ein hagerer Mann auf, der einen dunklen Anzug und eine rote Baseballkappe trägt. Travis. Er trinkt den letzten Schluck aus seiner Wasserflasche, dann marschiert er unbeirrt weiter in die Ödnis, die bei den Einheimischen The Devil's Playground heißt. Travis mag kein Wort sprechen und sein Gedächtnis weitgehend verloren zu haben, aber er ist getrieben von dem Wunsch, seine Familie wiederzufinden.

Samstag, 02. Mai 2026, 19:00 Uhr

Perfect Days


Film-Wochenende «Wim Wenders»

Von Wim Wenders
Japan, 2023, Japanisch/d, 123 Min.
Mit Koji Yakusho, Tokio Emoto, Arisa Nakano, Aoi Yamada, Yumi Aso

Hirayama reinigt öffentliche Toiletten in Tokio. Sein einfaches, zurückgezogenes Leben scheint im vollends zu genügen. Abseits des streng strukturierten Alltags geht er seiner Leidenschaft für Musik und Literatur nach; durch das Hören von Audiokassetten und das Lesen in gebrauchten Taschenbüchern. Eine Reihe unerwarteter Begegnungen bringt nach und nach eine Vergangenheit ans Licht, die er längst hinter sich gelassen hat.

Perfect Days ist eine tief poetische Betrachtung über die Schönheit der alltäglichen Welt und die Einzigartigkeit eines jeden Menschen.

Samstag, 02. Mai 2026, 21:30 Uhr

Buena Vista Social Club


Film-Wochenende «Wim Wenders»

Von Wim Wenders
Deutschland/USA, 1998/99, Spanisch/d, 105 Min.
Dokumentarfilm

Über mehrere Monate hinweg begleitete und beobachtete Wim Wenders die kubanischen Musiker; zuerst zuhause in Havanna, später in Amsterdam beim ersten öffentlichen Auftritt der Band und schliesslich in New York beim triumphalen Konzert in der Carnegie Hall.

Er verfolgte die alten Helden der traditionellen Son-Musik auf ihrem Weg aus der völligen Vergessenheit bis hin zum Weltruhm, innerhalb nur weniger Monate. «Ich dachte, ich drehe einen Dokumentarfilm, dabei waren wir dabei, ein Märchen mitzuerleben, das sich so niemand hätte ausdenken können.»

Freitag, 05. Juni 2026, 20:00 Uhr

La venue de l’avenir

Von Cédric Klapisch
Frankreich, 2024, Französisch/d, 124 Min.
Mit Suzanne Lindon, Vincent Macaigne, Cécile de France, Paul Kircher, Julia Piaton

Eine Gruppe entfernter Verwandter erfährt, dass sie ein leerstehendes Haus in der Normandie erben werden, und vier Cousinen und Cousins sollen es inspizieren. Dabei stossen sie auf die Spuren ihrer geheimnisvollen Vorfahrin Adèle, die mit zwanzig Jahren die Heimat verliess, um am Fin de Siècle in Paris nach ihrer Mutter zu suchen.

La venue de l’avenir ist ein köstlicher Dialog zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart, der aktuelle Fragen zu Modernität, Individualismus, Gleichberechtigung der Geschlechter und Weitergabe von Wissen aufwirft.

Freitag, 26. Juni 2026, 20:00 Uhr

En fanfare

Von Emmanuel Courcol
Frankreich, 2024, Französisch/d, 104 Min.
Mit Benjamin Lavernhe, Pierre Lottin, Sarah Suco, Ludmila Mikaël

Der Pariser Stardirigent Thibaut erfährt rein zufällig, dass er Adoptivkind ist und einen Bruder hat. Jimmy arbeitet in einer Schulkantine im Norden, spielt nebenbei Posaune. Obschon sie aus gänzlich verschiedenen Milieus stammenden, verbindet sie die Liebe zur Musik. Während der privilegierte Thibaut mit der Ungerechtigkeit des Schicksals ringt, beginnt Jimmy von einem Leben jenseits seiner begrenzten Möglichkeiten zu träumen.

Mit Standing Ovations hatte das Publikum En fanfare bei der Premiere am Festival von Cannes gefeiert.